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1 wichtige Lektion, die ich nach 10 geschriebenen Romanen mit dir teilen möchte

  • Autorenbild: San Schaller
    San Schaller
  • 9. Nov. 2025
  • 4 Min. Lesezeit

Nachdem ich meinen zehnten Roman fertiggestellt habe, wurde mir eine Sache klar. Wenn du als Autor vorankommen und dich weiterentwickeln willst, gibt es einen entscheidenden Schritt, den du machen musst. Um dir das besser zu veranschaulichen, möchte ich dir eine kurze Geschichte erzählen.


Nahaufnahme eines aufgeschlagenen Buches mit handschriftlichen Notizen auf einem Holztisch
photo von unsplash

Ich habe eine Bekannte, die ich über Instagram kennengelernt habe. Als sich herausstellte, dass wir tatsächlich in der Nähe voneinander wohnten, haben wir uns auch angefangen, persönlich auf einen Kaffee zu treffen.


Anfangs haben wir noch im gleichen Genre geschrieben und ich habe tatsächlich irgendwie zu ihr aufgesehen. Obwohl ihr Roman nicht wirklich meinem Geschmack entsprach, respektiere ich ihre Arbeit und unterstützte sie gern.


Nachdem ich jedoch bemerkt hatte, dass die Unterstützung ziemlich einseitig war, hatte ich mich ein bisschen zurückgezogen und einfach weiter mein Ding gemacht.


Ich schrieb konstant und fand in einen Workflow, der mich tatsächlich immer produktiver gemacht hatte und mich auch nicht davor abhielt, das Genre zu wechseln und etwas Neues auszuprobieren.

Auch sie hatte das Genre gewechselt und angefangen an einem Roman zu schreiben. Einmal erzählte sie mir den kompletten Plot der Geschichte und ich fragte mich, ob diese Beziehung nicht etwas einseitig war. Aber es war doch irgendwie okay für mich. Wie gesagt, ich machte einfach mein Ding.


Im Sommer 2024 trafen wir uns wieder auf einen Kaffee und ich fragte, wie es um ihren Roman stehe. Sie sagte, sie sei jetzt dann bald fertig. Ich glaubte ihr nicht wirklich, denn das behauptete sie seit 2022. Um das Buch fertigzustellen hatte sie sich sogar ein begleitetes Lektorat geleistet.


Jedenfalls erzählte sie mir, dass sie vorhabe, mit dem Buch eine Agentur zu finden, um dann über einen Verlag groß rauszukommen. Ich freute mich für sie, doch als sie im selben Atemzug meinte, dass es noch einen zweiten und einen dritten Teil geben soll, stutzte ich.

Nicht, weil ich es ihr nicht abgekauft hatte, dass sie eine Reihe schreiben wollte, sondern vielmehr fragte ich mich, wie lange es dauern würde, diese zu schreiben. Immerhin hatte sie letztendlich fast drei Jahre für diesen einen Roman gebraucht.


Jeder hat ein anderes Schreibtempo. Das ist auch völlig okay. Aber Tatsache ist, wer heute vom Bücherschreiben leben will, sollte sich etwas sputen.

Ihr Buch war einzigartig und auch wenn es wieder überhaupt nicht meinem Genregeschmack entsprach, so sah ich das Potential darin.


Leider war es nur so lange einzigartig, bis eine andere Autorin ein Buch veröffentlicht hatte, das genau das selbe Subgenre abdeckte und zur gleichen Zeit spielte. Die Autorin hatte mit ihrer Veröffentlichung über einen Verlag meiner Freundin tatsächlich den Rang abgelaufen.


Tja, so kann es gehen, wenn man sich nicht sputet.

Meine Freundin tat mir leid, denn über die Jahre hatte ich ja mitbekommen, wie wichtig ihr dieses Buchprojekt war.


Gleichzeitig hatte es mir aber auch vor Augen geführt, weshalb ich schon längstens aufgehört hatte, zu ihr aufzusehen.


In den drei Jahren, in denen sie an ihrem Roman geschrieben hatte, habe ich als Indie-Autorin ein Buch nach dem anderen veröffentlicht und meine Marke gepflegt und gefestigt.

Im Dezember 2024 erscheint mein zehnter Roman!


Es fällt mir selbst noch immer schwer, das zu glauben, aber ich würde mal sagen, meine Konsistenz hat sich bereits jetzt bezahlt gemacht.

Ich habe 10 Romane:

  • die ich bewerben kann

  • mit denen ich Geld verdienen kann

  • auf die ich Feedback erhalte

  • in denen ich mich als Schriftstellerin weiterentwickelt habe


Mit jedem Roman habe ich neue Erfahrungen gesammelt, mich auf neues, unbekanntes Terrain gewagt und Fehler vermieden, die ich zuvor gemacht hatte.


Ich habe Leute gefunden, auf die ich mich verlassen kann. Dazu gehören meine Testleser und meine Korrektorin.


Und ich habe mir letzten Sommer bewiesen, dass ich fähig bin, innerhalb von fünf Wochen einen dreihundertseitigen Roman zu schreiben.


Ich fasse noch mal zusammen:

Willst du als Autor durchstarten und mit dem Schreiben Geld verdienen, solltest du dich sputen. Das Buch, an dem du schreibst, mag einzigartig und ein großes Stück Kunst sein, aber in der heutigen Zeit sind andere Dinge wichtiger.


Bücher sind Konsumgüter, die zur Entspannung dienen.

Vor allem als Indie-Autor kann man es sich nicht leisten, seine Leser drei Jahre auf ein Buch warten zu lassen.


Als meine Freundin davon erzählte, noch einen zweiten und einen dritten Band zu schreiben, war meine Frage: Und wann kommen die? Schreibst du die bevor du Band 1 an die Verlage schickst, oder erst danach? Denn wenn du denen sagst, dass noch weitere Bände geplant sind, hast du es als unbekannte Autorin noch schwerer.


Ich habe eigene Erfahrungen in einem Verlag gemacht und selbst dafür gesorgt, dass alle Verträge aufgelöst wurden. Von daher bin ich vielleicht sowieso nicht die Richtige, wenn es darum geht, jemanden zu ermutigen, in einem Verlag unterzukommen.


Aber aus wirtschaftlicher Sicht stelle ich als Verlegerin eher die Autorin ein, die in drei Monaten ein Buch schreibt und nicht diejenige, die drei Jahre dafür benötigt.


Es ist nicht leicht, mit Schreiben Geld zu verdienen, aber es wird leichter, je mehr Bücher du hast, die du zu Geld machen kannst.




Vielen Dank fürs Lesen.

Folge mir für weitere Tipps zum kreativen Schreiben und Selfpublishing.


 
 
 

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